Mein Erasmus+ Auslandspraktikum in Waterford, Irland

Mein Name ist Katharina Peters. Ich bin im dritten Lehrjahr in der Ausbildung zur Chemielaborantin bei West Pharmaceutical Services. Vom 13.08.2017 bis zum 08.09.2017 hatte ich die Möglichkeit, ein Auslandspraktikum in unserem Werk in Waterford, Irland, zu machen.

Die Idee zu einem Auslandspraktikum kam mir, als an unserer Berufsschule Möglichkeiten gezeigt wurden, einen Lernaufenthalt im Ausland im Rahmen von Erasmus+ zu absolvieren. Erasmus+ ist ein europäisches Förderprogramm, mit dem Menschen in beruflicher Erstausbildung ermutigt werden sollen, ins Ausland zu gehen und z.B. ein Praktikum zu machen. Die Europaschule Simmerath/Stolberg beantragt schon seit vielen Jahren diese Fördermittel und organisiert die Mobilitäten.

Begeistert von der Idee ein Auslandspraktikum zu machen, erläuterte ich meiner Ausbildungsleiterin die Möglichkeiten eines Auslandspraktikums mit Erasmus +. Auch sie fand die Idee gut und unterstützte mich bei der Verwirklichung. Sie fragte bei der Personalabteilung nach, ob wir dieses Projekt realisieren könnten. Da wir ein positives Feedback aus der Personalabteilung erhielten, konnten die Planungen nun ins Detail gehen.

Das Werk in Waterford wurde recht schnell angedacht, da man selten die Möglichkeit hat, an einem Laboraufbau mitzuwirken. Wir stellten ersten Kontakt zum Werk in Waterford her und sprachen mit dem Labormanager. Zusammen mit ihm erstellten wir einen Praktikumsplan für meine Zeit dort.

Wir begannen damit, die Reise zu organisieren, eine Unterkunft vor Ort zu suchen, einen Flug zu buchen, sowie Transportmöglichkeiten zum und vom Werk zu recherchieren. Dankbar war ich dabei für die finanzielle Unterstützung durch Erasmus +.

Meine Ausbildungsleiterin begleitete mich die erste Woche. Sie konnte ebenfalls Fördermittel über Erasmus + beantragen, denn Erasmus+ fördert die Mobilität von Auszubildenden, Lehrpersonal und Ausbilderinnen und Ausbildern. Bei der ganzen Organisation über die Schule und Erasmus + gab es keinerlei Probleme.

Sonntagmittags sind wir in Irland angekommen, sodass wir genug Zeit hatten, uns in unserer Unterkunft etwas einzuleben, sowie uns die Gegend genauer anzusehen.

Den ersten Tag im neuen Werk verbrachten wir damit, einen Labor- und einen Werksrundgang zu machen. Dabei wurden uns Zukunftspläne geschildert, sowie aktuelle Projekte. Da in den Laboren insgesamt nur sechs Leute arbeiten, konnten wir uns schnell einfinden, alle kennenlernen und uns ihre speziellen Aufgabenbereiche ansehen.

Die erste Woche verbrachten wir also damit, Vorschriften zu lesen, die Labore kennenzulernen und bei der Anlegung der ersten Methode an der HPLC dabei zu sein. Wir konnten dabei gut erkennen, wie der Ablauf verschiedenster Validierungen verläuft und wo die Schwerpunkte zu finden sind.

Die zweite Woche verbrachte ich damit, erste SOI‘s zu schreiben und mich für die ersten Geräte zu schulen, um sie im Anschluss kalibrieren zu können. In dieser Woche konnte ich mir die Vielfalt an Arbeit gut vorstellen und mir einen Eindruck davon machen, was es alles mit sich bringt, ein Messgerät für chemische Analysen zu kaufen, zu installieren und parallel die nötigen Tests durchzuführen und zu dokumentieren.

In der dritten Woche half ich dabei, das Labor mit Chemikalien zu füllen und diese zu dokumentieren.
Ebenso bereitete ich erste Vorschriften für die mir bekannten Methoden zusammen mit einem Kollegen vor. Mein Englisch konnte ich dabei voll ausschöpfen, und auch wenn ich einmal etwas nicht verstanden habe, wurde mir geholfen, wo es nur geht.

Die letzte der Wochen war nicht weniger interessant. Ich durfte mein erstes IQ/OQ Protokoll für das Härtemessgerät, sowie ein Trainingsprotokoll erstellen. Die Kollegen erklärten mir, wozu das Protokoll benötigt wird, und was im Anschluss die weiteren Schritte sind. Beim wiederholten Schreiben weiterer SOI’s spürte ich, dass mir schon viel mehr Vertrauen entgegengebracht wurde. Ich fühlte mich nicht mehr wie die Praktikantin aus Deutschland, sondern wie ein vollwertiges Mitglied des Teams.

Alles in allem empfand ich meinen Monat in Irland als sehr aufschlussreich und äußerst hilfreich. Mit jeder Woche konnte ich mich besser artikulieren, und auch Berichte in Englisch zu schreiben, wurde immer weniger zum Problem. Dadurch, dass die Kollegen mich regelmäßig einluden, Freizeit mit ihnen zu verbringen, z.B. mit Fahrten ans Meer oder Besuchen bei ihnen zuhause, konnte ich sehr viel von Irland sehen, auch ohne Auto!

Ich bin jedem bei Erasmus Mitwirkenden sehr dankbar für die Unterstützung und die Verwirklichung dieses Projektes. Es war ein einzigartiges Erlebnis.

Katharina Peters, Auszubildende Chemielaborantin, Klasse CL 55

Ausbildungsbetrieb: West Pharmaceutical Services, Eschweiler