Mein Erasmus+ Praktikum in Timisoara, Rumänien, im August 2017

Hallo ihr Lieben,

mein Name ist Verena, ich bin 21 Jahre alt und mache seit 2014 ein duales BWL Studium bei der DALLI-WERKE GmbH & Co. KG in Stolberg. Das duale Studium kombiniert die Ausbildung zur Industriekauffrau mit einem BWL Studium. Schon zu Beginn meines dualen Studiums hatte ich mir fest vorgenommen irgendwann einen längeren Auslandsaufenthalt zu machen. Im Rahmen meiner Ausbildung wurde dann in der Berufsschule das Programm Erasmus+ vorgestellt. Man bekommt dabei die Möglichkeit einer finanziellen Förderung für einen Auslandsaufenthalt zwischen zwei Wochen und zwölf Monaten. Ich konnte mir allerdings nicht vorstellen einen Auslandsaufenthalt während meiner Ausbildungszeit einzuschieben, da ich als duale Studentin sowieso nur eine sehr begrenzte Zeit im Unternehmen verbringen konnte und versuchen wollte, so viele Abteilungen wie möglich kennen zu lernen. Der Vorteil von Erasmus+ ist aber, dass man an diesem Programm auch noch nach der Ausbildung partizipieren kann. Deswegen entschied ich mich im November 2016 dazu im August 2017, nach Beenden meiner Ausbildung, ein vierwöchiges Auslandspraktikum in Rumänien - Timisoara - zu machen.

Timisoara ist die drittgrößte Stadt Rumäniens, in der auch ein Standort der dalli-group, meines Ausbildungsbetriebes, angesiedelt ist. Die Suche der Praktikumsstelle gestaltete sich für mich also sehr unkompliziert und innerhalb weniger Tage hatte ich die Zusage der Kollegen aus Rumänien. Ich buchte direkt die Flüge und eine Unterkunft über Airbnb und hatte somit bereits einen großen Teil der Vorbereitungen frühzeitig abgeschlossen. Auch das Ausfüllen der Unterlagen und Anträge für das Förderprogramm gestaltete sich durch die Unterstützung meiner Ansprechpartnerin in der Berufsschule, Frau Hillemacher, sehr einfach.

Am 05. August war es dann soweit. Ich flog mit einem Zwischenstopp in München nach Timisoara. Ich hatte den Vorteil, dass ich mir die Abteilung im Werk in Timisoara vorher bereits aussuchen konnte und auch die Kollegen schon kannte. In Stolberg arbeitete ich bereits seit Februar 2017 im Controlling und hatte deswegen auch die Möglichkeit in Timisoara im Controlling zu arbeiten.
Auf der Arbeit konnte ich die Kollegen durch administrative oder auch Übersetzungstätigkeiten wertvoll unterstützen. Ich wurde durch das Werk geführt und half sogar in der Waschpulverproduktion mit. Ich nahm an Terminen teil und konnte die Kollegen durch meine Ideen und Vorschläge zusätzlich unterstützen. Aufgrund der relativ kurzen Zeit von vier Wochen war es allerdings nicht möglich kleinere Projekte zu übernehmen.
Insgesamt konnte ich meinen Horizont fachlich erweitern, dadurch dass ich einen neuen Standort und auch weitere Aufgaben des Controlling bei dalli kennenlernte. Der Aufenthalt half mir dabei, die dalli-group als Ganzes besser zu verstehen und den Blick über den Tellerrand hinaus auszuweiten. Außerdem sprachen die Mitarbeiter ausschließlich auf Englisch mit mir, wodurch sich mein Hörverstehen aber auch mein Sprechen deutlich verbesserte.

In meiner Freizeit ging ich oft ins Freibad, denn in Timisoara war es den ganzen August lang sehr warm, zwischen 30 und 40 Grad. An hin und wieder vorkommenden Regentagen verbrachte ich meine Zeit in einer der modernen Shopping Malls. Direkt am Anfang lernte ich durch Zufall andere deutsche Dualstudenten kennen, die ebenfalls mit Erasmus+ nach Timisoara gereist waren. Wir gingen fast jeden Tag abends in der schönen Altstadt etwas essen und trinken und erkundeten am Wochenende das rumänische Nachtleben.

Aber was hat mir der Auslandsaufenthalt im Endeffekt gebracht?
Die ersten Tage in Timisoara waren schockierend für mich als eine junge Frau, die nur die heile Welt in den schönen Teilen Deutschlands kennt. In Timisoara traf ich auf schlechte Straßen, heruntergekommene Häuser, unschöne Supermärkte, Armut und Müll außerhalb des Zentrums. Mein erster Gedanke war: Wie kann man hier leben?

Aber dann, als ich nach einigen Tagen nachmittags durch die Stadt und Parks spazierte, fing ich an, die Menschen bewusst zu beobachten. Mir fiel etwas sehr Entscheidendes auf, was mich bis jetzt beeindruckt und bereichert. Die Menschen, die in dieser Stadt leben, sind glücklich. Wo ich hinschaute, schaute ich in glückliche Gesichter. Das machte mir klar, dass das Leben in Rumänien zwar komplett anders ist als etwa das in Deutschland, aber dass es für viele Menschen dort trotzdem keineswegs ein schlechteres Leben ist. Die Reise nach Timisoara hat mir im Endeffekt die Augen geöffnet, für die Dinge, die ich in Deutschland Tag für Tag als selbstverständlich gesehen habe. Ich habe gelernt, Dinge um mich herum wieder viel bewusster wahrzunehmen und mich auf neue Kulturen einzulassen.

Diese Erfahrungen sind das größte Geschenk, dass ich durch das Erasmus+ Programm bekommen habe. Ich habe gelernt mich in einer anderen Kultur einzuleben und meine Gewohnheiten daran anzupassen. Neben dem fachlichen Profit und dem Aufbessern meiner Englischkenntnisse habe ich mich in diesen vier Wochen vor allem persönlich weiterentwickelt - das war auch von Anfang an mein Ziel!

Alles in allem war es ein toller Monat, ich bin froh diesen Schritt gemacht zu haben und kann es wirklich jedem weiterempfehlen. Es ist eine Erfahrung, die mir niemand mehr nehmen wird und auf die ich stolz sein kann.

 

Liebe Grüße,

Verena

 

Verena Jansen, Auszubildende und Studierende im dualen Studiengang BWL PLuS,

Ausbildungsbetrieb: Dalli Group, Stolberg